Medikamentensicherheit: Gicht – Überdosierung von Colchicin mit Todesfolge

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Akute Gichtanfälle werden mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Glukokortikoiden behandelt. Als Mittel zweiter Wahl wird Colchicin in niedrigen Dosen eingesetzt. Trotz der Warnhinweise in der Gebrauchsinformation kommt es immer wieder zu versehentlichen Überdosierungen von Colchicin mit schwerwiegenden Folgen. Aktuell wurde ein weiterer Fall gemeldet, bei dem die Einnahme von ca. 25 mg Colchicin zum Tode führte. Dies teilt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in ihrem Newsletter vom 20.01.2017 mit http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2017-02.html. Eine Gesamtdosis Colchicin von 8 mg innerhalb von 24 Stunden bzw. von 12 mg pro Gichtanfall darf nicht überschritten werden. Die maximale Dosierung pro 24 Stunden beträgt dementsprechend 16 ml Colchicinlösung (mit 0,5 mg/ml) oder 16 Tabletten à 0,5 mg. Um das Risiko der Überdosierungen weiter zu vermindern, empfiehlt die Arzneimittelkommission neben der Aufklärung der Patienten eine Begrenzung der Abgabemenge (eine Packungsgröße, die nur zur Behandlung eines einzigen akuten Gichtanfalls ausreicht) oder den Verzicht auf die flüssige Darreichungsform. Bestehende Kontraindikationen (z. B. eingeschränkte Nierenfunktion, Lebererkrankungen) und mögliche Wechselwirkungen (insbesondere mit Inhibitoren von P-Glycoprotein oder CYP3A4) sollten bei der Verordnung beachtet werden. Keinesfalls sollten die zugelassenen Maximaldosierungen überschritten werden.

Aus: Verbandsservice 03-17, Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband