Informierte Patienten gestalten ihre Versorgung mit − Bericht vom 10. Arthrosetag

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Jede Menge Informationen zu den neuesten Erkenntnissen und Behandlungsverfahren rund um die weltweit häufigste Gelenkerkrankung Arthrose bot der 10. Arthrosetag. Er fand für Betroffene am 25. Oktober 2018 im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin mit rund 350 Gästen statt.

Als wissenschaftliche Leitung begrüßte Frau Prof. Erika Gromnica-Ihle, Rheumatologin, Ehrenpräsidentin Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband und Mitglied im Vorstand der Rheuma-Liga Berlin das Publikum. Sie dankte Prof. Wolfgang Rüther, ehemaliger Direktor der Orthopädischen Klinik am  Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf für die wunderbare Zusammenarbeit bei der Gestaltung der vergangenen Arthrose-Veranstaltungen. Beide hatten bereits 2017 erklärt, dass sie nach dem 10. Arthrosetag die wissenschaftliche Leitung in jüngere Hände legen möchten. Frau Prof. Gromnica-Ihle teilte den Gästen mit, dass der Arthrosetag künftig als „Patiententag“ im Rahmen des DKOU in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga weitergeführt werde.

Danach folgten Grußworte der Kongresspräsidenten Prof. Werner E. Siebert (DGOOC), Prof. Joachim Windolf (DGU) und Dr. Gerd Rauch (BVOU). Sie bedankten sich bei Frau Prof. Gromnica-Ihle und Herrn Prof. Rüther für ein Jahrzehnt Engagement als wissenschaftliche Leitung des Arthrosetages und betonten, dass von der Veranstaltung ein wichtiges Signal ausgehe für die Information der Patienten sowie ihre Befähigung zum „mündigen Patienten“.

Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband, hob hervor, wie wichtig der Kongress für Patienten als Informationsquelle sei, da man dort neue und vor allem gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Arthrose erhalte. Dr. Helmut Sörensen, Präsident der gastgebenden Berliner Rheuma-Liga, bedankte sich bei allen Beteiligten und betonte den Wert der Vernetzung der Rheuma-Liga mit den Orthopäden und Unfallchirurgen zum Wohle der Patienten.

Dr. Johannes Flechtenmacher, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Orthopädische Gemeinschaftspraxis am Ludwigsplatz in Karlsruhe und Präsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie hielt den ersten Vortrag zum Thema: „Neue Entwicklungen bei den Arthrose-Medikamenten?“ Sowohl in der Frühphase als auch in der Spätphase der Arthrose gebe es vielversprechende neue Ansätze. Beispielsweise könne man Knorpeldefekte mit Biomaterialien auffüllen oder das Absterben von Zellen durch neue Medikamente möglicherweise zukünftig eindämmen. Nach ihm referierte Prof. Andreas Niemeier, Chefarzt in der Orthopädie und Unfallchirurgie des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift mit wissenschaftlicher Tätigkeit im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, über „Verkalkung der Gelenke – ist das eine Ursache der Arthrosen?“. Er stellte klar, dass Verkalkung der Gelenke grundsätzlich jeden Menschen beträfe, aber man in der Forschung die zugrundliegenden Prozesse immer besser verstehe. In zehn Jahren, so prognostizierte Prof. Niemeier, werde es wahrscheinlich bereits ein wirksames Medikament gegen Knorpelabbau geben.

Nach der Pause sprach Prof. Guido Heers, Chefarzt Allgemeine Orthopädie und Endoprothetik, Vitos Orthopädische Klinik Kassel, über „Die Polyarthrosen an der Hand“. Er führte aus, dass oft eine hohe funktionelle Beanspruchung der Hand im Beruf verantwortlich sei für entsprechende Arthrosen. Oft gebe es Möglichkeiten der konservativen Therapie, jedoch sei bei einigen wenigen Schädigungen eine Operation unerlässlich. Dr. Ludwig Bause, Chefarzt der Klinik für Rheumaorthopädie im St. Josef-Stift Sendenhorst, hielt den letzten Vortrag „Mit der Endoprothese leben“. Er gab dabei einen kurzen Überblick, welche künstlichen Gelenke eingesetzt werden und verdeutlichte, dass man gut damit leben könne, solange man hohe Belastungen vermeide. In der Medizintechnik hoffe man, durch zunehmende Verwendung neuer Materialien die Qualität von Endoprothesen weiter zu verbessern.

Der 10. Arthrosetag wurde veranstaltet von der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V. in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V., der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. Für die Unterstützung dieser wichtigen Veranstaltung dankt die Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V. außerdem der DRV Bund, MSD, Novartis, Sanofi Genzyme und dem Heilbad Jachymov.