Rheuma-Liga Berlin

Ab sofort: bis 19.4.2020 kein Funktionstraining in Berlin – Grund: Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vom 14.3.2020 des Senats von Berlin

Kategorien: Neuigkeiten.

Der Vorstand der Rheuma-Liga-Berlin hat am 16.3.2020 aufgrund der Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin (SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung – SARS-CoV-2-EindV) vom 14.3.2020 beschlossen, dass auch alle therapeutischen Angebote für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen in allen Einrichtungen in Berlin wie auch im eigenen Rheuma-Liga-Berlin-Gesundheitszentrum (RLBGZ) bis zum 19.4.2020 auszusetzen sind.

Diese Entscheidung ist mit unserem Bundesverband, dem Berliner Behindertensportverband und den Krankenkassen abgesprochen. Es sind aber bislang keine behördlichen eindeutigen Aussagen bekannt, wonach auch das für den Erhalt der Beweglichkeit wichtige Funktionstraining unter Leitung eines Physiotherapeuten zu unterbinden ist. Der Vorstand hat daher die Verantwortung, zu entscheiden und muss sich vom Wohl seiner Mitglieder und der vielen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen leiten lassen. Viele dieser Menschen gehören zu dem Personenkreis, bei denen die Virologen ein besonderes Risiko erkennen, sofern sie sich mit einem Virus infizieren. Zudem sind aktuell alle Bemühungen darauf ausgerichtet, das Coronavirus einzudämmen. Vor diesem Hintergrund überwiegen die Gründe für die Entscheidung, die entsprechend von den Ärzten verordneten und von den Krankenkassen bewilligten Funktionstrainingsgruppen vorsorglich abzusagen.

Bereits vor der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung wurde am 13.3.2020 verfügt, dass alle Veranstaltungen, alle Gruppentreffen, die persönliche Beratung sowie Arbeitsgruppensitzungen bis zum 19.4.2020 verschoben werden oder – soweit möglich − telefonisch beziehungsweise digital durchgeführt werden sollen.

Gleichwohl weisen wir auf folgende Punkte hin:

  1. Es ist unzutreffend, dass Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Übungen ersatzweise zu Hause durchführen können, weil sie ihre Übungen gelernt haben sollten. Natürlich empfehlen wir, die Übungen zu Hause durchzuführen und so gut es geht, mobil zu bleiben und verweisen auf unsere entsprechenden Merkblätter, Übungsvideos und die „Rheuma-App“. Aber dieses ersetzt keineswegs das Funktionstraining. Zudem kann sich der Gesundheitszustand verschlechtern, sodass bestimmte Übungen nicht sinnvoll sind oder andere Übungen erforderlich wären. Vor allem: der Sinn und Zweck der ärztlichen Verordnung kann damit nicht erfüllt werden.
  2. Alle sozialen Kontakte einzuschränken inklusive der Gruppentreffen und Veranstaltungen treffen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen besonders hart. Diese sind auf Kontakte angewiesen, um sich auszutauschen und mit ihren Schmerzen gemeinsam umzugehen  – egal ob erst seit kurzem, oder schon seit vielen Jahren betroffen. Die Rheuma-Liga Berlin befürchtet daher, dass sich die aktuellen Maßnahmen sehr negativ auf die Gesundheit von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen auswirken werden.
  3. Aufgrund der Kürze der Zeit, in der wir handeln mussten, bleiben viele Fragen offen, die wir demnächst klären werden, zum Beispiel, ob die Dauer der erfolgten Absagen des Funktionstrainings ohne bürokratischen Aufwand an das Ende der Verordnung hinzugerechnet werden kann. Bitte geben Sie uns dafür etwas Zeit.

Für die kommende Zeit bietet die Rheuma-Liga Berlin verstärkt die Möglichkeit an, sich telefonisch an unsere Beraterinnen und Berater zu wenden. Ferner werden wir versuchen, digitale Medien zu nutzen, um ein Minimum an Austausch zu gewährleisten. Insbesondere bitten wir alle unsere Mitglieder und die übrigen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen, sich auf unserer Internetseite www.rheuma-liga-berlin.de über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Wir wollen Ihnen helfen, auf Ihre Frage, Antworten zu finden, damit Sie gerade in diesen schwierigen Zeiten wissen, dass Ihre Rheuma-Liga weiterhin Ihr erster Ansprechpartner ist und bleibt.

Nochmals: Alle diese Maßnahmen können und werden kein Ersatz für die vielen wegen der aktuellen Corona-Epidemie beziehungsweise -Pandemie ausgesetzten Angebote sein. Heute und jetzt gilt es aber, solidarisch zu sein und dabei auch an alle Menschen mit rheumatischen Erkrankungen zu denken. Zögern Sie nicht, um Hilfe zu rufen oder sich in ihren Gruppen so telefonisch oder digital zu vernetzen, dass Sie sich gegenseitig unterstützen! Der Vorstand Ihrer Rheuma-Liga Berlin wünscht Ihnen und uns allen alles Gute!