Rheuma-Liga Berlin

Rheumastiftung zeichnet neue Forschungsideen aus

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Berlin, 16.11.2015. Ein neuer Therapieansatz bei systemischem Lupus erythematodes und ein Projekt zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung bei Rheuma – das sind die Sieger des diesjährigen Ideenwettbewerbs der Rheumastiftung, der mit je 2.500 Euro dotiert ist. Die Ehrung der Preisträger Dr. Tobias Alexander und Privatdozentin Dr. Bimba Franziska Hoyer aus der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité Berlin sowie Anna Lena Walther und Privatdozentin Dr. Ruth Deck vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität Lübeck, fand am 13. November 2015 in Berlin statt.

Die erste Idee zielt auf die Auslöschung des Krankheitsgedächtnisses ab, das für die Aufrechterhaltung der Lupus-Erkrankung verantwortlich ist. Die zweite Idee soll Barrieren und fördernde Faktoren der sozialen Teilhabe bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) identifizieren.

Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die vor allem junge Frauen betrifft und zu Müdigkeit, Fieber, Hautrötungen im Gesicht („Schmetterlingserythem“) und Gelenkentzündungen führt. Bei schweren Formen können auch innere Organe und das Nervensystem betroffen sein. Dr. Tobias Alexander und Privatdozentin Dr. Bimba Franziska Hoyer aus der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité Berlin, wollen die Erkrankung mit einem neuartigen Ansatz bekämpfen, der die Autoimmunreaktion, also den Angriff des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen, dauerhaft unterbinden soll. Dazu müssen sowohl die Gedächtniszellen des Immunsystems, die autoreaktiven Plasmazellen, als auch deren Vorläufer-B-Zellen gezielt und vollständig ausgeschaltet werden. Eine Kombination von zwei unterschiedlichen Therapieprinzipien soll dies erreichen. Die neue Therapie soll zunächst im Mausmodell und später an Patienten, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprechen, erprobt werden und könnte eine neue Ära in der Therapie von Erkrankungen eröffnen, die durch Autoantikörper vermittelt werden.

Welche Faktoren schränken die soziale Teilhabe von Patienten mit rheumatoider Arthritis oder ankylosierender Spondylitis ein? Welche Ansätze können eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben fördern? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Anna Lena Walther und Privatdozentin Dr. Ruth Deck vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität Lübeck. An erster Stelle ihrer Forschungsarbeit stehen eine schriftliche Befragung und Gesprächsgruppen mit Betroffenen. Eine Expertengruppe soll die Ergebnisse analysieren und dabei Betroffene mit einbeziehen. Ziel ist es, daraus Strategien für den Abbau von Hürden abzuleiten und Maßnahmen zu entwickeln, die die Zielgruppe gezielt unterstützen. Diese Erweiterung der Behandlungsziele in Richtung soziale Teilhabe gilt als Schlüssel, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern – von „treat to target“ zu „treat to participation“.

Die Rheumastiftung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und der Deutschen Rheuma-Liga gegründet. Sie ist die erste gemeinnützige Stiftung in Deutschland, die gemeinsam von der wissenschaftlichen Fachgesellschaft und der Patientenselbsthilfeorganisation getragen wird und die sich das Motto „Rheuma heilbar machen“ auf die Fahnen geschrieben hat. Die Rheumastiftung finanziert mit Erbschaftsgeldern der Deutschen Rheuma-Liga eine Stiftungsprofessur für Versorgungsforschung, fördert Forschungsprojekte und schreibt regelmäßig Ideenwettbewerbe für neue Forschungsideen aus, für die dann gezielt Mittel eingeworben werden.

Bildunterschrift: Preisverleihung zum Stiftungspreis: Gewinner des Ideenwettbewerbs 2015 und Gratulanten aus der Rheumastiftung, Foto Kirsten Kofahl.

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