Rheuma-Liga Berlin

Nicht Opfer, sondern Handelnder: der selbstbestimmte Rheuma-Patient

Rheuma-Liga schreibt Medienpreis aus

Berlin, Juli 2014 – Jeder vierte Bundesbürger leidet unter einem von mehr als 100 Krankheitsbildern des rheumatischen Formenkreises. Chronische Entzündungen der Muskeln und Gelenke schränken häufig die Beweglichkeit der Betroffenen dramatisch ein und verursachen starke Schmerzen – ein Leben lang. Nicht wenige Patienten kämpfen im Laufe ihrer Erkrankung mit Depressionen und Ängsten. Gleichzeitig verlangt jede chronische Krankheit den Patienten ein hohes Maß an Eigeninitiative und Selbstmanagement ab. Die Deutsche Rheuma-Liga schreibt daher zum neunten Mal den Herta-Seebaß-Medienpreis aus und ruft Journalisten sämtlicher Medienformate auf, sich in Text-, Wort- oder Bewegtbild-Beiträgen mit der Situation chronisch kranker Menschen zu beschäftigen. Im Mittelpunkt sollte dabei ihr selbstbestimmter Umgang mit der Krankheit stehen.

Frühverrentung, unerfüllte Lebensziele und Einschränkungen im Alltag: Menschen mit Rheuma müssen täglich viele Hürden meistern. Oft fühlen sie sich dabei in einer passiven Opferrolle – die Krankheit dirigiert ihr Leben. Eine eingeschränkte Lebensqualität und Beschwerden, die selbst einfachste Dinge wie Treppen steigen zur Herausforderung machen, erhöhen den psychischen Druck auf die Betroffenen. Chronische Schmerzen, regelmäßige Medikamenteneinnahmen und Sorgen um die Zukunft verdrängen dabei oft die Lebensfreude und mindern die Kraft, selbst aktiv zu werden.

Umso wichtiger ist es, die Selbstbestimmtheit der Patienten zu stärken. Das gilt für Rheuma-Patienten ebenso wie für andere chronisch kranke Menschen. Je mehr sich Betroffene über ihre Krankheit informieren und in die Behandlung einbringen, desto besser kommen sie mit der Erkrankung im Alltag zurecht. Die Tatsache, selbst etwas tun zu können, beeinflusst nicht nur die Psyche, sondern auch das Schmerzempfinden und den gesamten Krankheitsverlauf positiv.

Das Engagement in Selbsthilfegruppen oder in politischen Gremien, aber auch die Teilnahme an Forschungsprojekten hilft den Patienten, neue Kontakte zu knüpfen und Ängste abzubauen und die eigenen Interessen aktiv zu vertreten. Besonders wirkungsvoll sind sogenannte Selbstmanagement-Kurse für Betroffene wie sie die Deutsche Rheuma-Liga anbietet: Dort lernen Patienten unter anderem mit Ärzten richtig zu kommunizieren, Fragen zu stellen und auf Augenhöhe auf sie zuzugehen. Sie erhalten dort auch Tipps, die den Alltag erleichtern, etwa wie sich Flaschen ohne Aufwand öffnen lassen oder wie man Gegenstände auch bei eingeschränkter Beweglichkeit vom Boden aufheben kann.

Publikums- und Fachmedien spielen bei der Aufklärung und Motivation von chronisch Kranken eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur Mittler aktueller medizinischer Erkenntnisse, sie können chronische Krankheiten auch aus ihrem Schattendasein befreien und Patienten Mut machen sowie deren Selbstbewusstsein und Engagement stärken. Aus diesem Grund hat die Deutsche Rheuma-Liga den Herta-Seebaß-Medienpreis 2013/2014 ausgeschrieben. Der Preis ist mit 5 000 Euro dotiert. Stifter des Preisgeldes und Sponsor der Veranstaltung ist Pfizer Deutschland GmbH.  Interessierte Journalisten können sich bis zum 1. Oktober 2014 bewerben. Die Rheuma-Liga vermittelt auf Wunsch auch gerne Patienten als Gesprächspartner zum Thema. Prämiert werden Beiträge jeder Art, die Schicksale porträtieren, bei denen Patienten ihr Leben trotz chronischer Erkrankung meistern. Weitere Informationen über den Preis und Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

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