Senioren

Zahlreiche Senioren haben rheumatische Erkrankungen wie Arthrose oder rheumatoider Arthritis. Wie können Sie gegensteuern?

„Mit den Entzündungsprozessen durch Rheuma hat der ganze Körper zu kämpfen. Manchmal sind sogar Organe wie Haut, Herz, Nieren, Leber oder Blutgefäße betroffen“, sagt Professor Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin (DRFZ). Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, ihren Alltag wie gewohnt zu bewältigen. Das kann die Stimmung drücken – und in manchen Fällen sogar zur Entstehung von Depressionen beitragen.

Je früher die Diagnose, desto besser

Das Fortschreiten rheumatischer Erkrankungen kann eingedämmt oder bestenfalls sogar gestoppt werden. Die frühzeitige Diagnose ist daher wichtig. „Wer nur die geringsten Anzeichen von Rheuma-Symptomen bemerkt, sollte unbedingt sofort bei seinem Arzt vorsprechen“, so Andreas Radbruch. Grundsätzlich verdächtig sind Schmerzen oder Schwellungen in den Gelenken, zunehmende Schwierigkeiten beim Greifen und bei einer Arthrose der sogenannte Anlaufschmerz. Das bedeutet, dass sich die Beschwerden zum Beispiel nach dem Aufstehen von einem Stuhl oder nach einer längeren Ruhepause zeigen und sich nach einigen Schritten wieder bessern. Für die rheumatoide Arthritis sind dagegen eher verstärkte Beschwerden in den Morgenstunden typisch, die sich in schmerzenden und steifen Gelenken äußern. Der Arzt wird mit verschiedenen Untersuchungen ermitteln, um welche rheumatische Erkrankung es sich genau handelt und den Patienten gegebenenfalls zu einem entsprechenden Spezialisten überweisen.

Damit sie die Gelenke nicht weiter angreifen und schließlich zerstören, ist es wichtig, rheumatische Erkrankungen frühzeitig gezielt zu behandeln. Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Krankheit. Oft spielen nehmen der Behandlung mit Medikamenten auch physikalische Therapiemaßnahmen wie Wärme- und Kältebehandlungen und Krankengymnastik eine wichtige Rolle. Mit der richtigen Behandlung können Rheuma-Patienten oft auch im höheren Alter ein schmerzfreies Leben führen.

Auch selbst aktiv werden!

Mit einer gesunden Ernährung und mit Bewegung können nicht nur Rheumapatienten zum eigenen Wohlbefinden beitragen. Sprechen Sie daher zuerst mit Ihrem Arzt darüber, welche Bewegungen und Sportarten für Sie in welchem Stadium geeignet sind. Ist das Gelenk akut angeschwollen, sollten Sie es nicht übermäßig belasten. Komplett ruhig stellen ist jedoch ebenfalls oft ein Fehler. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt beraten!

Am besten geeignet für Rheumapatienten sind in der Regel körperliche Betätigungen, mit denen Sie Ihre Gelenke zwar regelmäßig, aber nicht übermäßig belasten, wie das Gruppenfunktionstraining. Zu den für Rheumatiker eher geeigneten Ausdauersportarten gehören daher zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Auch hier kann Ihr Arzt bei der Auswahl helfen. Mit systematischem Training und eventuell Physiotherapie können Sie außerdem gezielt Muskeln trainieren, um das betroffene Gelenk zu entlasten.

Weitere Angebote für Senioren hält die Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V. vor: Beratung zu Fragen des Schwerbehindertenrechts, Rehabilitation, Pflege, Physio- und Ergotherapie, kostenfreie Rechtsberatung für Mitglieder, Selbsthilfegruppen, viele Veranstaltungen und Gruppenbewegungskurse wie z. B. das Funktionstraining. Die Patientenschulungskurse dienen dazu, sich Zeit zu nehmen für die eigene Erkrankung und mit Experten und Betroffenen Wege zur Krankheits- und Alltagsbewältigung zu finden. Andere Kurse – wie Malen mit Musik, Chorsingen, Theaterspielen, Wandern – sollen dazu dienen, auch im höheren Alter Anregungen für eine erfüllte Lebenszeit zu finden und sich mit anderen gemeinsam zu betätigen.

Wer Zeit und Interesse hat, kann sich gern auch ehrenamtlich für andere rheumaerkrankte Menschen einsetzen.

Kontakt und Informationen: Tel: 32 290 29 50 oder beratung@rheuma-liga-berlin.de