Rheuma-Liga Berlin

Ärzte können Therapietreue fördern

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Aus Angst vor Nebenwirkungen nehmen viele Patienten ihre Medikamente nicht so ein, wie sie sollten. Dabei können Ärzte konsequent dagegen steuern, indem sie das Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten stärken.

Etwa die Hälfte der Probleme, mit denen Patienten sich an ihren Arzt wenden, werden nicht besprochen. Sei es aus Zeitmangel oder weil die Kommunikation nicht funktioniert. Dabei kennt jeder den Nebensatz am Ende eines Medikamentenspots: „Über Risiken und Nebenwirkungen sprechen Sie mit ihrem Arzt oder Apotheker.“ Doch gerade gegenüber dem behandelnden Arzt geben die Patienten offenbar ungern zu, dass sie ihr Medikament nicht so eingenommen haben, wie es verordnet wurde. Dabei ist die Einhaltung der Therapie (Adhärenz) in der Behandlung enorm wichtig. Ansonsten droht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bis hin zu irreparablen Schäden.

Vertrauen als Basis für eine gelungene Therapie

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ist für die Therapietreue ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Intensive und aufklärende Gespräche über Sinn und Zweck der Therapie nehmen dabei eine übergeordnete Rolle ein. Patienten, deren Fragen und Wünsche geklärt wurden, halten sich einer Untersuchung der niederländischen Universität Leiden zufolge stärker an die Therapieempfehlungen ihres Arztes. Die Angst der Ärzte, Praxisbesuche könnten bei einer solchen Betreuung unnötig in die Länge ziehen, besteht nicht. Wie Prof. Anne M. Stiggelbout, Medizinerin und Psychologin an der Universität Leiden, in einer Untersuchung festgestellt hat, verkürzen sich die folgenden Praxisbesuche oder fallen sogar komplett weg.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Therapietreue umso höher ist, desto mehr Vertrauen der Patient seinem Arzt schenkt. Und je stärker er von der Wirksamkeit der Therapie überzeugt ist, desto eher hält er sich an die Vereinbarung mit seinem Arzt.

Ein laufendes Forschungsprojekt der Deutschen Rheuma-Liga beschäftigt sich deshalb mit der Schulung von rheumakranken Menschen zur Vermittlung kommunikativer Kompetenzen, die auch den Austausch von Arzt und Patient auf Augenhöhe bringen sollen.

 

Quelle: Newsletter Spezial 02/2016, Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband