Erfahrungsberichte

Wenn Sie sich dafür interessieren, hier über Ihre eigenen Erfahrungen zu berichten, wenden Sie sich bitte an die Soziale Beratung der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V.

Kontakt: Soziale Beratung, Tel. 32 290 29 50 oder beratung@rheuma-liga-berlin.de

Erfahrungsberichte

„Seit April 2013 bin ich Mitglied in einer Selbsthilfegruppe (SHG). Durch das Internet bin ich darauf gestoßen, dass es solche SHG gibt: Jeder kann erzählen und Fragen stellen.

Wir tauschen uns gegenseitig aus und geben und bekommen Tipps, wie wir besser mit der jeweiligen Krankheit umgehen können (Medikamente, Hilfsmittel, Erfahrungen mit einer Reha).

Die anderen verstehen mich, ich muss nichts erklären, die anderen Mitglieder kennen meine Gedanken und Gefühle. Ein- bis zweimal im Jahr treffen wir uns außerhalb der Gruppe (Dampferfahrt, Zoobesuch etc.), das ist dann privat. Die Selbsthilfegruppe ist eine gute Erfahrung und etwas sehr Wertvolles für mich.“

„Ich habe bei der Reha nur eine Frau kennengelernt, die auch meine Krankheit hatte. Vorher dachte ich, ich wäre allein damit und war sehr unglücklich. Bei der Reha erfuhr ich auch, dass es Selbsthilfegruppen gibt. Ich habe mich dann einer Selbsthilfegruppe angeschlossen und bin sehr glücklich darüber zu wissen, dass es mehrere Menschen mit meinem Leid gibt. Wir reden viel, unterstützen und helfen uns. Das tut so gut, denn wenn man sein Leid teilt, ist es „fast“ nur noch halb so schlimm.“

„Ich hatte mich in einer Selbsthilfegruppe angemeldet und ging mit sehr gemischten Gefühlen hin. Ich kannte Niemanden und sollte nun vielleicht meine Krankheit und mein Befinden vor den fremden Menschen ausbreiten. Mal sehen, was das wird. 

Es war eine überraschend positive Erfahrung. Alle erzählten über ihre Krankheit.

Als ich an der Reihe war, sah ich eifriges Kopfnicken. Die Anderen verstanden ja, was ich erzählte. Ich musste nicht erklären, warum ich so schnell müde bin. Sie waren es auch. 

Die anderen Mitstreiter erzählten von ihren gesundheitlichen Problemen und es stellte sich bei mir ein Aha-Effekt ein. Diese Dinge gehören also auch zu der Erkrankung?! Das wusste ich ja gar nicht.  

Dazu kamen kleine Tipps, die manches unangenehme Symptom mit einfachen Mitteln deutlich mildern konnten. 

Das Ganze ist jetzt 13 Jahre her und ich bin immer noch dabei. Der Zusammenhalt von uns Gleichbetroffenen hat mir über die vielen Jahre sehr geholfen – meine Krankheit zu akzeptieren, etwas gegen die Symptome zu tun, mein Leben umzustellen für eine höhere Lebensqualität trotz Krankheit. Ich habe Trost und Hilfe erfahren und gegeben und habe gelernt, wieder zu lachen. 

Inzwischen treffen wir uns nicht nur zum Erfahrungsaustausch, wir machen auch zusammen Tagesfahrten, hören Vorträge, gehen in Ausstellungen und Museen oder einfach mal zum Kaffeeklatsch. Es ist eine freundschaftliche Atmosphäre und wie eine zweite Familie, die ich nicht missen möchte.“